Flieden - ein Königreich

Flieden mit seinen rund 9.000 Einwohnern in neun Ortsteilen liegt zentral in der Mitte Deutschlands, eingebettet in die Mittelgebirgslandschaft von Rhön und Vogelsberg.

Die direkten Anbindungen an die Bundesautobahnen A 66 und A 7 und über die Bahnstrecke Frankfurt-Kassel mit eigener, moderner Bahnstation sowie ein zentraler Busbahnhof sorgen für eine nahezu optimale Verkehrsanbindung.

Die Großgemeinde , mit ihren Ortsteilen Buchenrod, Döngesmühle, Höf und Haid, Magdlos, Rückers, Schweben, Struth und Stork ist herrlich gelegen in einer Talsenke, deren Ränder von den Nordhängen des Hessischen Landrückens und den Ausläufern von Rhön und Vogelsberg, dem größten Basaltmassiv Europas, gebildet werden. Das charakteristische dieser Mittelgebirge prägt auch die Umgebung der Gemeinde, deren Erhebungen, Berge, Mischwälder und offenen Landschaften zu Wanderungen und Spaziergängen einladen.
Die hochgelegenen Ortsteile Buchenrod (507 m ü. NN), Stork (480 m ü. NN) und das geologisch und botanisch interessante Gebiet der Steinkammer (454 m ü. NN), dass zu einem Naherholungsgebiet ausgebaut ist (Rundwanderwege, Grillplatz und Schutzhütte), bieten dem Erholungssuchenden herrliche Ausblicke auf Rhön, Vogelsberg und Spessart.

Warum Flieden weit über die Grenzen des Fuldaer Landes hinaus als "Königreich Flieden" bekannt wurde...

Der Volksmund hält für die Deutung folgende Erklärungen bereit:

Von den vielen Bauhandwerkern aus den Dörfern des oberen Fliedetales, die im vorigen Jahrhundert in der Mainmetropole arbeiteten, wird gesagt, sie hätten „halb Frankfurt" aufgebaut. Beim Lösen der Fahrkarte für die Heimreise am Wochenende sollen sie einen Schalterbeamten am Frankfurter Bahnhof wegen des öfteren „Nach Flieden!" zu dem Ausspruch veranlaßt haben: „Flieden muß ja ein ganzes Königreich sein!"

Einer anderen Version liegt die Unkenntnis eines Fliedener Sohnes über die politische Zugehörigkeit seiner Heimatgemeinde zugrunde. Als in den Befreiungskriegen gegen Napoleon der Aufruf erging, sich freiwillig für den Kriegsdienst zu melden, stellten sich aus allen Landesteilen junge Männer für das Freiheitsheer zur Verfügung. Anläßlich eines Appells ließ sich ein hoher Militär die angetretenen Soldaten vorstellen, die jeweils aus der Formation traten und Namen und Herkunft angaben. Unser junger Freund aus Flieden hörte sich alles mit an und vernahm: Königreich Sachsen, Königreich Westfalen, Königreich Preußen... und wartete bis er an die Reihe kam. Dann wusste er seinen Namen recht gut aufzusagen, aber zu welchen „Reich" er gehörte, war ihm nicht bewusst. Nach kurzer Verlegenheitspause begann er noch einmal, und da klang es fest und unerschütterlich „Johann Adam Klug, Königreich Flieden!"

Wenn damit auch keine stichhaltigen Erklärungen im streng historischen Sinne vorliegen, so hat der Hessische Innenminister doch auf Empfehlung des Staatsarchivs Marburg bei der Verleihung des Gemeindewappens im Jahre 1969 die Abbildung einer Krone erlaubt, womit das charakteristische Merkmal für Flieden zu Ausdruck kommt.